Erfahrungsberichte Kanada

Erfahrungsberichte Kanada

Du möchtest wissen, welche Erfahrungen andere Work and Travel-Teilnehmer in Kanada gemacht haben? Hier findest du eine Auswahl aktueller Berichte über Erfahrungen und Erlebnisse. Und natürlich freuen wir uns, nach deinem Work and Travel Aufenthalt in Kanada hier auch deinen Erfahrungsbericht zu veröffentlichen!

Lauras Leben als Backpackerin in Kanada

Alter: 19
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Euskirchen
Meine Reise begann gut einen Monat nach dem Abiball. Alles ging unglaublich schnell und als ich mich versah, war ich schon mit meiner Familie und meinen 2 besten Freundinnen in Frankfurt am Flughafen. Der Tränenfluss hielt sich in Grenzen, da die Vorfreude und auch ein wenig Aufregung auf dieses große Abenteuer (und meinen ersten Langstreckenflug) überwog! Nach der Sicherheitskontrolle war ich dann auf mich alleine gestellt.

Im Terminal hielt ich dann Ausschau nach den anderen 4, die die gleiche Reise mit Travelworks machten. Nach und nach gaben sich alle zu erkennen und wir standen im Grüppchen in der Schlange zum Boarding, alle voller Erwartungen. Die folgenden 8 1/2 Stunden vergingen durch diverse Filme im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug.

In Toronto angekommen mussten wir durch ein langes Prozedere um unser Visum ausgestellt zu bekommen. Spätestens jetzt waren alle nervös... Alles war abhängig von dem kanadischen Beamten. Alle fünf von uns bekamen jedoch ihr Working Holiday Visum und nachdem jeder seinen Backpacker, bzw. Koffer hatte, fuhren wir mit einer Mitarbeiterin der Organisation, die uns am Flughafen abholte zu unserem Hostel.
Die folgenden zwei Tage wurden wir durch das Seminar sehr gut auf die kanadischen Umstände, sprich Kultur, Arbeitsmarkt, die verschiedenen Provinzen und ihre Gesetze etc. vorbereitet und informiert. Hinzu kam, dass wir Sachen wie die SIN (kanadische Sozialversicherungsnummer), das Bankkonto und den Handyvertrag glücklicherweise nicht allein beantragen mussten. Da wäre ich alleine vom Angebot ziemlich erschlagen gewesen und hätte Angst übers Ohr gehauen zu werden. Zusammen mit Henrike verlängerte ich meinen Aufenthalt im HI-Hostel, die drei Jungs suchten sich andere Unterkünfte. Im Gegensatz zu Henrike betrieb ich keine Jobsuche, sondern wurde Mitglied beim Verein "wwoof" (world wide opportunities on organic farms) und sah mich nach einer Farm um, auf der ich den Herbst verbringen konnte. Ich entschied mich für die "Flying Shoe Farm" im Herzen der Provinz New Brunswick von September bis November.

Bis dahin wollte ich die Ostküste Kanadas entlang reisen. Nachdem ich mit Henrike ein Wochenende bei den Niagarafällen war, wo wir uns günstig ein Motelzimmer mit zwei Doppelbetten mit Tamino (Teilnehmer unserer kleinen Reisegruppe) und seinem Freund Max teilten. Die Wasserfälle waren unglaublich beeindruckend, die Stadt glich jedoch einem einzigen Vergnügungspark. Nach ein paar Tagen Toronto, in denen Henrike einen Job und eine Wohnung fand, brach ich mit dem Greyhound nach New York auf (nein, die 20 Stunden Busfahrt waren bei gefühlten 10°C, die die Klimaanlage erzeugte nicht sonderlich angenehm) wo ich unter anderem auch meine beste Freundin Elsa traf, die dort ihre Vorbereitungsveranstaltung für ihr AuPair-Jahr hatte. Nach aber nur 2 Stunden zusammen mit ihr, war ich alleine in dieser riesigen Stadt. New York ist eine überwältigende Stadt und man fühlt sich wirklich wie im Film.

Mein Hostel war untertrieben ausgedrückt alles andere als sauber und hygienisch aber wenigstens hatte ich das Doppelzimmer für mich alleine. Im Zimmer war es jedoch unglaublich kalt und ich konnte es nicht beeinflussen. Die nächsten 2 Tage fühlte ich mich richtig hundeelend und hatte Angst, dass ich eine Grippe von den warmen Temperaturen draußen und dem Klimaanlagenwahn der Amis ausbrütete. Nachdem ich jedoch meine Schlafstunden aufstockte und mich wahrscheinlich auch an die Luft NYCs gewöhnt hatte, ging es mir besser und ich setzte meinen Sightseeing-Marathon fort. Neben dem Central Park und der Westside hat mir Brooklyn als Stadtteil mit Abstand am besten gefallen. Dort könnte ich mir auch vorstellen zu leben. Von NY fuhr ich wieder zurück nach Toronto. Als ich dort jedoch kein freies Bett fand, fragte ich mich, was ich hier noch eine Nacht wollte, wenn ich auch direkt weiter reisen könnte.

Also fuhr ich noch am selben Tag nach Ottawa. Dort kam ich nicht im HI-Hostel unter (das ein ehemaliges Gefängnis ist und dementsprechend auch noch eingerichtet...), sondern im "Barefoot Hostel". Dort gab es das modernste und sauberste Bad mit der größten Dusche, die ich je auf meiner Reise vorfinden würde. Ottawa ist für die Hauptstadt Kanadas mehr als überschaubar, jedoch von der Architektur und den Museen sehr beeindruckend. Hier wurde ich das erste mal nach 4 Monaten Pause wieder mit der französischen Sprache konfrontiert. Sie zu verstehen war kein Problem (sogar "quebecois"), am Vokabular haperte es auch nicht aber die Grammatik machte es mir anfangs nicht leicht Sätze zu formulieren. In Ottawa lernte ich die nette Australierin Julie kennen, die ich später noch einmal wieder treffen würde. Nach einer Woche in Ottawa ging es weiter nach Montréal. Als ich dort einen Mann nach dem Weg zum Hostel fragen wollte und mit den Worten "Excusez moi, Monsieur?" seine Aufmerksamkeit erlangen wollte, reagierte dieser jedoch auch nach der zweiten Wiederholung nicht. Ich versuchte es auf Englisch und schon drehte er sich um. In Québéc hat man als nicht-französisch-Sprechender auf jeden Fall keine Probleme. Alles ist sehr bilingual und man wird zweisprachig begrüßt, sodass man sich praktisch eine Sprache aussuchen kann.

In Montréal fand ich ziemlich schnell Anschluss zu einer vergleichsweise großen Gruppe, bestehend aus Daisy aus Kalifornien und Lucie aus Frankreich, die wiederum Kontakt zu Catherine aus Luxembourg und Anna aus Deutschland hatten, die mit Michael aus Alberta und Ben dem Quotenaustralier ;) unterwegs waren. Wir hatten viel Spaß zusammen. Mit den Mädels machte ich unter anderem eine Radtour, von der ich nachts durch fehlendes Training meinen ersten tödlichen Wadenkrampf bekam, aß im angesagtesten Restaurant der Stadt "La Banquise" 2 Variationen des berühmten Nationalgerichts Poutine (die meinen ersten Versuch der einfachen Poutine in Toronto bei Weitem toppten), ging in eine schicke Cocktailbar und erklomm den Mont Royal.

Von Montréal fuhr ich mit dem Zug nach Québéc City. Dort konnte ich leider nur eine Nacht bleiben, da der Zug nach Campbellton nur einmal in der Woche fuhr. Im Hostel traf ich dann lustigerweise auf Julie aus Ottawa und wir landeten im gleichen Zimmer, nebeneinander. Mit ihr nahm ich am nächsten Morgen an einer Führung durch die Stadt teil. Den Bauten, Häusern und der Struktur der Stadt sieht man den europäischen bzw. französischen Einfluss unheimlich stark an. Kulinarisch machte ich Bekanntschaft mit dem "Beavertail", zu Deutsch "Bieberschwanz", eine in Fett gebackene Germteig-Flade mit wahlweise Zimt und Zucker oder vielen anderen Belägen wie Erdnussbutter.

Nachdem ich mit Julie abends thailändisch essen war, nahm ich den Zug nach Campbellton. Campbellton war wahrscheinlich die einzige Fehlentscheidung meiner Reise. Ich suchte das Fischerörtchen aus um es nach den ganzen Großstädten etwas ruhiger zu haben. Was ich nicht wusste war, dass es eigentlich nur ein Durchfahrtsort für Camper ist und die Hochburg von Killermücken war. Am Morgen meiner Abreise klingelte mein Wecker, ich stand auf, alles war vorbereitet, ich frühstückte und sah dann auf die digitale Uhr am Herd. Mist! Eine Stunde weiter! Ich checkte meine Armbanduhr und versicherte mich beim Mitarbeiter des Hostels. Mein Handy hatte sich nicht der Zeitzone angepasst! Wie wütend ich auf dieses Teufelswerk von Technik war. Letztendlich musste ich noch eine Nacht im Hostel buchen, mein Zugticket nach Moncton war verfallen und ich musste ein Busticket für den nächsten Morgen kaufen.

Das Hostel in Moncton hob sich sehr von den bisherigen ab, im positiven Sinne und das Wort "Hippie" beschreibt die Atmosphäre, die Einrichtung und die Mitarbeiter am besten. Von dort aus versuchte ich mit einer Frau ein Auto zu mieten, um die Hopewell Rocks zu sehen, was jedoch nicht funktionierte. Meine nächste Station war Prince Edward Island, die kleinste Inselprovinz Kanadas. Charlottetown ist eine sehr schöne Stadt und ich aß zum ersten Mal Hummer. Des Weiteren machte ich eine Tour zu "Anne of Green Gables", dem Ursprungsort eines berühmten Romans (vor allem in Asien sehr populär) und "Cavendish", was sich nicht sonderlich von den holländischen Stränden abhebt.

Von PEI ging es zurück nach Moncton um von dort aus nach Halifax in Nova Scotia (die südöstlichste Provinz) zu kommen. Dort blieb ich die ganze letzte Woche des Augusts bei traumhaftem Wetter. Meine erste Nacht verbrachte ich jedoch auf der Couch einer Fremden( über Couchsurfing), da alle Hostels ausgebucht waren. Ich war sehr nervös, wollte die Nacht aber nicht unter einer Brücke oder ähnlichem verbringen. Das ungute Gefühl verschwand aber sofort, als mir "Katrina" die Tür aufmachte. Wir verstanden uns sehr gut und ich durfte die Nacht mit ihrem Babykätzchen schmusen. Im Zentrum angekommen hatte ich den Eindruck als würde die ganze Stadt aus deutschen Studenten bestehen, da viele dort ein Auslandssemester machten und auf Wohnungssuche waren. Ich gab mich außer bei meinen Zimmergenossinnen nicht als deutsch zu erkennen, da ich keine Lust hatte deutsch zu sprechen, weil ich so versessen darauf war mein Englisch zu verbessern.

Halifax ist eher britisch angehaucht und so wird täglich auch eine Kanone vom "Citadel Hill" abgefeuert. In Halifax war ich auch Kajakfahren, was ich technisch und kraftmäßig ein wenig unterschätzt hatte, aber es hat sehr viel Spaß gemacht. In einem Hostel lernte ich dann Maike aus Deutschland und Balint aus Ungarn kennen, die alt genug waren um ein Auto zu mieten, sodass wir einen Roadtrip zu "Peggy's Cove" (wo ein Leuchtturm steht) und dem UNESO-Weltkulturerbe "Lunenburg" machten. Am 1. September fuhr ich dann mit dem Bus nach Fredericton in New Brunswick auf die organische Farm. Dort wurde ich abgeholt und es ging noch einmal ca. 45 min lang aus der Stadt raus und ins Dorf Stanley.

Zusammengefasst war das die Zeit in der ich am meisten mein Englisch verbessern konnte in vor allem mental, bzw. in meiner Person gewachsen bin. Neben der wirklich harten Farmarbeit (bestehend aus: Pferde, Schweine, Ziegen, Hühner und Kaninchen versorgen und auch schlachten (!), Gemüse ernten, Bäume fällen, Holz hacken, einen Acker mittels Traktor umpflügen ect.), machte es sich das Paar Sandy (56) und Meryl (69) zur Aufgabe die anderen 2 kanadischen, 1 japanisches Mädchen (die gute Freundinnen von mir geworden sind) und mich in Sachen Lebensmittel und Gesundheit, bzw. Gefahren wie Chemtrails von Flugzeugen, Pestizide, GMOs usw. zu informieren und wie man diese vermeiden und gegen sie angehen kann gelernt. Durch die spirituelle Einstellung beider der ich mich, obwohl es ungewohnt war, geöffnet habe, konnte ich auf einer ganz anderen Art und Weise nachdenken und reflektieren und ein Stück über den Sinn meines Lebens herausfinden. Die Liebe, die ich dort erfahren habe lässt mich für immer mit diesen Menschen verbunden sein und ich kann meine Dankbarkeit nicht in Worte fassen.

Schweren Herzens aber mit Vorfreude mal endlich wieder in einer Großstadt zu sein, ging es dann am 1. November für mich zum Flughafen, von wo aus ich nach Vancouver flog. Dort fand ich nach 3 Tagen einen Job bei Topshop (Modekette aus England) als saisonale Verkäuferin für die Weihnachtszeit (2 Monate). Und nachdem ich bei meiner ersten Wohnung Opfer eines Mietbetrugs wurde (der aber glimpflich ausging) fand ich recht schnell ein Zimmer in einer mehr als zentralen WG downtown. Die Arbeit war eigentlich sterbenslangweilig und ich glaube, dass das als Studentenjob schon mal ausscheidet, aber durch meine lieben Kolleginnen und ein Positionswechsel zu den Umkleiden war es dann doch nicht allzu schlimm. Seit ich dort gearbeitet habe, hatte sich leider wegen sehr hohen Discounts ein kleiner Koffer zu meinem Backpacker gesellt.
Jedenfalls bin ich froh, dass ich in jeweils so unterschiedliche Gebiete eintauchen konnte. Zwischenzeitlich hatte ich mehrere Tage hintereinander frei, sodass ich die Möglichkeit hatte nach Portland, Seattle ,Victoria (Vancouver Island) und Whistler zu fahren. Des Weiteren buchte ich um Weihnachten rum Hin- und Rückflug nach Oahu für 10 Nächte Ende Januar, da mich das nur 330€ kostete.

Am 14.01. endete mein Mietvertrag und ich begann meine zweiwöchige Reise durch die Rocky Mountains. Ich verbrachte eine Nacht in Calgary, danach 4 Nächte im wunderschönen Lake Louise, wo Henrike arbeitete und wir zusammen Ski fahren gingen - ein atemberaubendes Skigebiet. Danach ging es für 2 Nächte nach Banff und von dort nach Jasper. Der Weg dahin wird als einer der schönsten Fahrten Kanadas beschrieben und dem kann ich nur zustimmen! Was ich von Jasper mitnehme ist der "Maligne Canyon", eine Schlucht mit Wasserfällen, die im Winter zugefroren sind, sodass man durch den Canyon mit Spikes wandern kann. Viel zu lange bin ich aber dort gewesen, da der Highway (auf Grund der ungewöhnlich warmen Temperaturen tagsüber von nicht mehr -20° auf +10° hatte sich eine nicht zu bekämpfende Eisschicht gebildet) gesperrt war.

Nach 6 Nächten Jasper war ich für 2 Nächte in Vancouver und traf mich mit allen Leuten, die ich dort kennengelernt hatte, da ich am 30. Januar nach Hawaii fliegen würde und nach meiner Zeit im Paradies nur noch eine kurze Nacht in Vancouver verbringen würde bevor es zurück nach Deutschland ging. Mit meiner lithuanischen Freundin Goda trank ich bei "mink chocolates" auf Grund des "Hot Chocolate Festival" einen Kakao mit gerösteten Grillen, was obwohl es echt schräg aussah, ganz köstlich war - wie gesalzenes Popcorn. Die Zeit auf Hawaii war traumhaf, ich hatte tolles Wetter, bin, obwohl ich sonst immer nur Sonnenbrand bekomme wegen meiner hellen Haut, gut gebräunt, war viel Wandern, habe viel am Strand gelegen und bin geschwommen. Mit 2 deutschen Mädels, von denen ich eine schon aus Calgary kannte, habe ich einen ganzen Tag bei Pearl Habor verbracht und ich kann jedem empfehlen sich das anzuschauen. Alles super interessant aber der amerikanische Patriotismus nervte (ich meine die wurden von den Japanern vernichtet und stellen sich in den ganzen Museen als Sieger da). Am schönsten auf Oahu ist jedoch die Nordküste. Dort habe ich auch etwas getan, was ich mir für diese Reise fest vorgenommen hatte: einen Fallschirmsprung. Es war atemberaubend und ein unbeschreibliches Gefühl Und ich werde es wieder tun!

Auf meinem Rückflug fühlte es sich an als würde meine Reise weiter- und nicht zu Ende gehen. In Köln angekommen war ich froh wieder bei meiner Familie und meinen Freunden zu sein und vor allem mein eigenes Zimmer mit meinem Bett und meiner Matratze (nicht durchgelege) zu haben. Was ich während meines Aufenthaltes gelernt habe, bzw. mitnehme ist Dankbarkeit zu zeigen, Geduld, Organisiertheit und die Fähigkeit ganz unverblümt den Kontakt oder einfach ein Gespräch zu Fremden aufzunehmen. Kanadier lieben Smalltalk, da kann sich manch ein verklemmter, distanzierter Deutscher eine dicke Scheibe von abschneiden!

Christophs Work & Travel Erfahrung

Alter: 19
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Landsberg
Ende Februar sollte es losgehen mit meinem sechsmonatigen Work&Travel-Aufenthalt in Kanada. So richtig begriffen hab ich das erst, als ich in Vancouver angekommen bin. (Hab mir am Tag vor der Abreise noch einen anderen Rucksack gekauft) Nach dem zweitägigen Einführungsseminar stand auch die große Frage offen: Was jetzt?! Hab dann erst gecheckt, dass ich eigentlich überhaupt keinen Plan hatte, was ich hier machen will.

Bei uns in der Gruppe haben sich ziemlich viele fürs wwoofen angemeldet und so gings für mich nach einer Woche Vancouver nach Pemberton auf eine Wwoofing-Farm. "Leider" hatten wir noch Anfang März und da ist der Winter in Kanada bekanntlich noch lang nicht vorbei. Ein Schneesturm hat mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht und meine Hosts haben gemeint sie haben keine Arbeit mehr, ich soll mich morgen nach was anderem umschauen. Ziemlich kurzfristig hab ich mich entschieden nach Jasper zu fahren, was wohl mit die beste Entscheidung war, die ich gemacht hab. Zwischen Bewerbung schreiben und am Skilift arbeiten waren weniger als 48 Stunden vergangen.
Bin bis zum Ende der Skisaison in Jasper geblieben und hatte eine geniale Zeit. Auch der kanadische Mindestlohn von $9,40CAN war bei den super Kollegen (hauptsächlich aus Australien und Neuseeland) fast vergessen. Wer also auf Skifahren/Snowboarden, Party und coole Leute aus ist, ist mit einem Job im Skigebiet genau richtig =)

Nach der Skisaison, Anfang Mai (!), bin ich nach Whitehorse oder besser 60km westlich von Whitehorse auf eine Wwoofing-Farm. Für 18 Tage war Lowtunnels bauen, Felder tillen und Gemüse sähen bzw. einpflanzen angesagt. Haben an einem Wochenende auch das Kanu unserer Hosts bekommen und sind auf eine zweitägige Kanutour.

Noch weiter nördlich ging es nach der Wwoofing-Farm und zwar mit dem Kanu auf dem Yukon-River. Die klassische Route von Whitehorse nach Dawson City. Hab mich dafür mit einem getroffen, der mit mir und TravelWorks nach Vancouver geflogen ist. Hatten unglaubliche zwei Wochen im absoluten Nirgendwo mit unzähligen Elchkühen und Kälbern, Weißkopfseeadler, ein paar Biber und immerhin einen Bären. Den dafür direkt am Zelt. Er hat sich zum Glück aus dem Staub gemacht, als wir die Zeltwand aufgemacht haben. Bärenspray hatten wir dabei.
Achja, wen trifft man natürlich auch auf dem Yukon-River? - Klar, zwei andere deutsche Kanus :-D

In Dawson bin ich auch noch für zwei Wochen auf eine Wwoofing-Farm gegangen die weder Straßenzugang noch fließend Wasser hatte. Man musste mit dem Kanu von der Straße zum Grundstück übersetzten. Die Farm ist die einzige Farm im Yukon die Obstbäume veredelt, sodass sie auch in den nördlichen Regionen wachsen. Das war auch die letzte Arbeitsstelle in Kanada. Die letzten 6 Wochen wurde nur noch gereist.
Erst bin ich von Dawson City nach Whitehorse getrampt und von da aus nach Calgary geflogen. Nochmal 3 Tage im Greyhound wollt ich mir nicht antun.

Das kleine Fernie hat sich als geniales Mountainbikeresort rausgestellt und auch Nelson war ganz nett zum anschauen. Über Calgary, noch das „Stampede“ angeschaut, nach Banff und Lake Louise (unbedingt zum Moraine Lake schauen). Zum nächsten Ziel Jasper bin ich wieder getrampt. Der Icefieldparkway gehört schon fast zu einem „must-do“. Jasper, Banff und Lake Louise sind vor allem im Sommer ziemlich überlaufen. Macht euch auf deftige Preise gefasst(!)

Auf meiner Liste stand dann noch Haida Gwaii und Vancouver Island. Auch hier war ich nochmal mit einem von der „TravelWorks-Anfangsgruppe“ unterwegs. Zwischen Prince Rupert und Port Hardy fährt eine 15-stündige Fähre und wenn das Wetter nicht ganz so mies drauf ist wie bei uns, ist es superschön – sogar Wale kann man sehen.
Vancouver Island haben wir dann in 10 Tagen Port Hardy, Ucluelet, Tofino, Nanaimo und Victoria mehr oder weniger durchgebolzt. Man kann da bestimmt ein vielfaches der Zeit bleiben ohne das es langweilig wird, bei uns ist es danach aber schon wieder nach Deutschland gegangen.

Kristians Reise durch Kanada

Alter: 33
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Rostock
In Vancouver angekommen habe ich die erste Zeit mit weiteren Work & Travelern im schönen Vancouver verbracht. Nach vielen Aktivitäten, Hinterfragen der Interessen und Ziele bildeten wir ein 4er "Reiseteam".Ein 10-tägiger Road Trip durch BC (British Columbia) und Teile von AB (Alberta) sowie Abstecher in die USA stehen an. Das Team besteht aus Carmen, Melanie, Anja und mir... "irgendwie sind Männer hier in der Unterzahl".

Zuerst geht es nach Whistler (Skigebiet) der kommenden Absteige für die Olympianiken, dann zum Joffrey Lake zu welchem wir durch tiefen Schnee gelangten, dann nach Lilooeet eine sehr an den Westen erinnernde Kleinstadt, weiter nach Lytton mit dem Fraser und Thompson River, zum 70 Mile House mit einer sehr schönen Übernachtung am Watch Lake im Tall Timbers Resort (empfehlenswert!), dann nach Clearwater, den Helmcken Falls, über Kamloops nach Merritt und Kelowna durch das Okanagan Valley, auf den Giant's Mountian, 100 km Abstecher in die USA, dannach nach Princeton, Hope mit den Othello Tunnels und dem unspektakulärem Hell's Gate (einer Brücke über einem Fluss), zum schönen Harrison Hot Springs, dann wieder in die USA nach Anacordes, am nächsten und vorletzten Tag wieder zurück nach Vancouver.
Gegen Abend sind wir wieder in Vancouver angekommen. Die Hektik, der Lärm und Stress der Millionenstadt schwingt langsam aber sicher wieder zu uns rüber...

Carmen und ich wollen innerhalb der nächsten zwei Tage noch nach Banff, Anja hat Arbeit in Clearwater gefunden und Melanie wird ab morgen auf einer Farm arbeiten. So bringen wir sie noch zu ihrem Hostel... dann trennen sich unsere Wege. Wir geben das Auto ab und haben noch ein wenig Zeit um mit dem Wasserflugzeug einen Rundflug über Vancover erleben zu können bevor die Sonne untergeht.
Mit dem Greyhound fuhren wir dann von Vancouver (Pacific Central Station) 13h in Richtung Banff, Alberta.

Banff ist eine sehr gemütliche und gepflegte Kleinstadt mit touristischem Charakter welche sich im Banff National Park befindet. Der Banff National Park ist der erste National Park in Kanada und der dritte in der Welt. Er umfasst ca. 6,640 Quadratkilometer (2,564 Quadratmeilen) mit weiten Täler, schneebedeckten Bergen, eisige Gletscher, tiefen Wäldern, blühenden Wiesen, klaren Flüssen und eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt von der wir uns überzeugt haben.

Ein weiterer Rundtrip mit einem Mietwagen ist nun in Planung und wir fahren von Banff in Richtung Calgary dann nach Drumheller (wo die Dinosaurier wohnen ;-)) weiter zum Rodeo nach Rocky Mountain House und zum Abspannen nach Jasper. In Jasper genossen wir dann Vielfältigkeit der farbenfrohen und klaren Seen bevor wir uns weiter auf dem Weg nach Lake Louise und wieder zurück nach Banff machen. In Banff übernachten wir im Samesun Hostel wo wir das Zimmer mit Charles und Marilyn aus Montreal teilen. Die beiden wollen für einen Monat in Canada bleiben und sind mehr oder weniger auf Arbeitssuche. Wir haben schnell einen Draht zueinander gefunden und unternehmen einiges zusammen. Währen der Tage habe ich mir überlegt ein Auto zu kaufen und in Richtung Whitehorse und Dawson City auf zu brechen und Carmen möchte auf einer Farm/Lodge arbeiten. So trennten sich unsere Wege, die Zeit miteinander bleibt im Herzen und so habe ich dann beschlossen mit Marilyn zurück nach Vancouver zu fahren und mich dort dann weiter nach einem Auto zu erkundigen.

Ein Auto habe ich schnell gefunden, dazu noch mein erstes überhaupt. Ein Van ist es geworden wo ich es mir im Sommer auch im hinteren Abteil gemütlich machen kann *g*. (D.h. übernachten kann). Ich mag das Auto und so fahre ich im Juli 2009 in Richtung Norden...

Wir haben jetzt Mai 2010 und es sind über 10 sehr schöne, extreme und vielfältige Monate vergangen... was ich in der Zeit gemacht habe? Nun, ich habe auf zwei Farmen geholfen, 4 Monate für einen Fotografen gearbeitet, den Winter im Yukon bei -35 Grad erlebt, die Nordlichter, Wale, Luchse, Elche, Adler, Bären, riesige Fische, Stachelschweine.... gesehen, etwas Alaska und vor allem dem Yukon erkundet, die Weiten der Tundra im Sommer und Winter gemeistert, Eis Road Truckern auf meinem Weg zur Beauford Sea geholfen und einen Kurzurlaub in Mexico gemacht.
Nun sitze ich wieder in Vancouver in einem shared-house und weiß das mein Flieger in 2 Tagen zurück nach Deutschland geht... Zwiegespalten in meinen Gefühlen kann ich sagen ich bin gewachsen.

Sabrina berichtet aus Kanada

Alter: 21
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Römerberg
Im April startete ich meinen Auslandsaufenthalt in Vancouver BC Canada. Während meinen ersten Monaten in Vancity fuhr ich im Juni nach Whistler und verbrachte dort ein super Wochenende mit Quad fahren und Wild Water Rafting. Nachdem ich mich insgesamt 6 Monate in Vancouver aufhielt und dort Geld verdiente fing mein zweimonatiger Trip endlich an. Zunächst flog ich im Oktober nach Anchorage, Alaska.

Ich verbrachte ca. 4 Tage im kalten Alaska und unternahm eine Wasserflugzeugtour zu den Gletschern.Nachdem kalten Alaska gings ab ins Warme! Aloha! Mit Winterstiefel auf Hawaii angekommen genoß ich 5 Tage puren Sonnenschein am Strand. Ich vertrieb mir die Zeit mit Wellenreiter im Surfparadies Honolulu.
Nach diesen Erholungstagen erkundigte ich nun die Westküste der USA. Zunächst flog ich nach L.A., erlebte Hollywood, Beverly Hills, Santa Monica und vieles mehr. Anschließend fuhr ich nach Las Vegas, flog mit dem Helicopter zum Grand Canyon und genoss das Nachtleben Vegas.

Nun ging es nach San Francisco und anschließend für eine Woche wieder nach Vancouver. Von dort aus ging es über Banff und Calgary in die Rocky Mountains und weiter Richtung Osten nach Montreal und Quebec City.

Zum Schluss landete ich in Toronto und verbrachte zwei aufregende Woche dort. Als Krönung flog ich zu guter Letzt in die Stadt die niemals schläft: New York City! Vier Tage zur Weihnachtszeit in New York waren ein unglaubliches Erlebnis für mich!

Mein Trip dauerte insgesamt zwei Monate, danach ging es vom Osten New York wieder zurück in den Westen nach Vancouver. Von dort aus machte ich noch einmal einen Abstecher nach Whistler. Fünf Tage Snowboarden und eine Snowmobiletour gönnte ich mir und machte Whistler somit für mich zu einem unglaublichen Winter Adventure!
Meine letzten drei Monate, die mir dann noch blieben verbrachte ich wieder in Vancouver mit all meinen Freunden und mit meinem Bruder, der einmal im Sommer und im Winter mich besuchen kam und mit mir am Ende meines Auslandsjahres nach Hause flog.

Ich arbeitete insgesamt drei Monate bei Quiznos. Es ist quasi wie Subway nur eine andere Company. Ein ganz normaler Arbeitstag sah bei mir wie folgt aus: Ich fing morgens um 7 an und öffnete den Laden. Üblicherweise bereitete ich alles vor. Ich schnitt die Baguettes in die richtige Subgröße, machte die Salate, bereitete die Suppen vor und frischte alle Zutaten auf. Gegen 10am kamen dann meine anderen Mitarbeiter und mein Chef. Um 12pm war die Rush hour und wir hatten viel zu tun. Zu meinen Aufgaben gehörten Subs machen und die Kasse bedienen. Nach der Rush Hour hatte ich eine halbe Stunde Pause und konnte dann um 3pm gehen. Manchmal hatte ich auch die Schicht von 10am bis 6pm. Dann musste ich abends die Kasse machen und den Laden schließen.
Mein Auslandsjahr in Kanada war das beste Jahr, das ich je erlebt habe! Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können. Ich hab so viel Neues gesehen, erlebt und gelernt. Kanada bot mir viele neue Möglichkeiten, das Lernen einer Sprache, einer neuen Kultur und die Änderung meiner Sicht auf mein zukünftiges Leben. Es ist kaum vorstellbar wie sehr man sich in einem Jahr weiter entwickeln kann. Ich kann es nur jedem empfehlen. Es war das Beste was ich bisher getan habe!

Also: Liebe zukünftigen Teilnehmer! Bald startet ein unvergessliches Jahr! Spart euch so viel es geht in eurer Heimat an, geht jedoch trotzdem arbeiten in eurem Auslandsjahr, auch wenn ihr denkt ihr hättet genug angespart. Versucht das Jahr so gut wie möglich zu nutzen. Geht viel Reisen, erkundet neue Länder/ Städte und gebt nicht all euer Geld für Klamotten aus ;) Das Reisen wird euch so viele Erinnerungen und unvergessliche Momente bringen, die sich garantiert lohnen werden!

Lisas Leben als Backpackerin in Kanada

Alter: 33
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Göttingen
Zu sagen, dass mein Work&Travel-Trip durch Kanada eine Erfahrung fürs Leben war, ist sicher nicht übertrieben. Gestartet bin ich einigermaßen ahnungslos und auch ein bisschen ängstlich, in der Hoffnung, dass sich schon alles finden wird. Ich war überrascht, als wie wahr sich diese Hoffnung herausgestellt hat.

Leute kennenzulernen, mit denen man etwas unternehmen oder reisen kann, schöne Orte zum Besichtigen, Farmen, um dort zu arbeiten, alles hat sich gefunden, nicht immer auf direkten Wegen, aber immer so, dass ich am Ende glücklich und stolz auf die Stationen meiner Reise von West nach Ost zurückblicken konnte.

Von Vancouver nach Seattle, dann nach Vancouver Island, von dort nach Salt Spring Island und weiter nach Whistler, über Vancouver nach Similkameen Valley, dann rauf nach Whitehorse und noch weiter in den Yukon, von dort nach Calgary und in die Rocky Mountains, im Anschluss nach Winnipeg, in die USA nach New York und Boston, und wieder zurück nach Kanada, über Montréal nach Ottawa, London und Toronto – ein bisschen kreuz und quer war das bestimmt, und überall habe ich etwas entdeckt, was mich begeistert oder glücklich gemacht hat, oder jemanden angetroffen, der mir seine Heimat gezeigt und näher gebracht hat.

Auch die klimatischen Unterschiede des Landes haben mich fasziniert: Mediterranes Klima auf Vancouver Island, halbwüstenartige Hitze im Südosten British Columbias, milde Tage und klirrend kalte Nächte im Yukon (was nicht heißt, dass dort nichts wächst – pfundschwere Kartoffeln und Karotten waren bei der Herbsternte keine Ausnahme). Die Farmen, auf denen ich gewwooft habe, waren sehr verschieden, ich habe Obst und Gemüse geerntet und verarbeitet, Tomatenpflanzen bestäubt, bin Traktor und Motorrasenmäher gefahren, habe alle möglichen Farmtiere versorgt, Zäune und Stalldächer gebaut, Hühner geschlachtet, Cookies und Pies gebacken, Sandwiches und Salad rolls zubereitet und so vieles mehr, was ich mir zum Teil nie zugetraut hätte.

Und natürlich war ich überglücklich, so viele wilde Tiere teils aus nächster Nähe zu sehen: Schwarzbären, Gottesanbeterinnen, Wapitis, Weißwedelhirsche, Schwarze Witwen, Stachelschweine, Waschbären, Bisons, Dallschafe, Otter, Präriehunde, Biber, Kolibris, Bergschafe, Weißkopfseeadler… Mein absolutes Highlight aber waren die Nordlichter.
Ein Anblick, den man niemals wieder vergessen wird. Allein dafür hat es sich gelohnt.

Christinas tolle Zeit auf einer Farm in Kanada

Alter: 19
Reiseziel: Kanada
Heimatort: Schönsee
Heute geht’s also los. Am Morgen pack ich noch schnell die letzten Sachen ein und dann geht’s auch schon bald los in Richtung Flughafen München. Ein bisschen mulmig ist mir auf der Fahrt schon. Einerseits bin ich etwas traurig, Freunde und Familie ein ganzes Jahr nicht mehr zu sehen, auf der anderen Seite bin ich einfach nur total aufgeregt und freu mich auf all das, was ich in diesem Jahr in Kanada erleben werde. :)

Um ehrlich zu sein, denk ich auch gar nicht mehr viel darüber nach, weil ich Angst habe, dass ich es mir noch anders überlege, oder, das dass alles doch keine so gute Idee ist, aber um 15.00 Uhr sitz ich dann auch schon im Flieger nach Vancouver. Nach gut 10,5 Stunden Flugzeit hat mich die Lufthansa gut über den großen Teich gebracht und ich lande nur etwa 2,5 Stunden später, gegen halb 6 in Vancouver. Nach dem ich die nicht gerade sympathisch erscheinenden Zollbeamten hinter mir haben, mein Gepäck, bestehend aus einem 65 L Rucksack und einem kleinen Rucksack als Handgepäck bekommen habe und mir mein Visa für 12 Monate in den Pass getackert wurde, setze endlich den ersten Fuß auf kanadischen Boden und ich weiß sofort: „Ich bin hier absolut Richtig!“ :) Sämtliche Zweifel sind verflogen und ich freu mich einfach nur noch auf alles was jetzt kommt.

Ein Taxi bringt mich, dank Voucher von TravelWorks kostenlos direkt vor das HI Hostel, wo ich auf jede Menge andere mit TravelWorks reisende junge Leute treffe. Da ich echt müde bin – der Jetlag lässt grüßen – lieg ich allerdings um acht schon im Bett und kann meine Augen kaum mehr offen halten.

Am nächsten Tag findet dann die Info-Veranstaltung von TravelWorks statt. Wir erfahren einiges über Vancouver, können ein Bank Konto eröffnen, SIN (Social Insurance Number) beantragen und jede Menge neue Leute kennen lernen. Da wir sooooo viele Leute sind, die alle am selben Tag, also Gestern, ein Programm starten, ist alles ein bisschen chaotisch und das eher kleine TravelWorks office ständig ziemlich überfüllt, aber wen stört das schon. :) Viel von Vancouver sehe ich nicht, da die Infoveranstaltung so ziemlich den ganzen Tag ein nimmt, und am nächsten Morgen geht es auch schon auf zu meiner ersten Farm. Aber ich komm definitiv noch einmal zurück nach Vancouver.

Der Bus bringt mich zum Horseshoe Bay Ferry Terminal, wo ich dann erst mal zwei Stunden auf die nächste Fahre nach Nanaimo, Vancouver Island, warten darf, die aber dank Internet ziemlich schnell vergehen. Gut 100 Minuten dauert die Fahrt, dann geht es mit dem Taxi weiter zur nächsten Fähre, die mich auf die wunderschöne Insel Gabriola Island bringt. Nach nur 20 Minuten legen wir an und als ich ankomme, wartet auch schon Theresa, auf deren Farm ich nun für die nächsten acht Wochen leben werde, auf mich, um mich ab zu holen.

Auf der Farm begrüßen mich gleich drei weitere Mädels, Sara aus Kanada sowie Alessa und Daniela aus Deutschland, die beide auch mit TravelWorks hier sind. Am späten Abend, kommt noch Fabian an, der ebenfalls mit TravelWorks hier ist und sogar mit in der selben Infoveranstaltung war wie ich, nur einige male die Fähre verpasst hat. Gleich nachdem ich meine Sachen verstaut habe und mein Bett bezogen habe, ich schlafe in einem großen Raum mit all den anderen Mädels, machen wir einen kleinen Ausflug. Theresa fährt uns zu einem Strand, von wo aus ein Leuchtturm zu sehen ist, wo ich mich noch einmal mehr davon überzeugen kann, dass die Insel einfach nur wahnsinnig schön ist. Nach dem wir uns eine Weile da aufgehalten und etwas gechillt haben, holt Theresa uns wieder ab. Bei der abendlichen Fütterung lerne ich schon all die vielen Tiere, die hier auf der Farm sind kennen und bekomme einen kleinen Eindruck von dem was mich hier erwartet. Später gibt es dann noch Abendessen und schon relativ bald falle ich müde in mein Bett.
Zum Farmalltag

Die Farm ist zu Fuß ca. 1,5 Stunden von der Fähre und ca. 1 Stunde von der Village, der einzige Ort auf der Insel, an dem man Lebensmittel einkaufen kann, die allerdings wesentlich teurer sind als auf dem Festland, entfernt. Wir haben aber auch einige Fahrräder hier die wir nutzen können, mit denen es wesentlich schneller geht. Die drei Mädels haben mit der Zeit, eine nach der anderen, die Farm verlassen, bis nur noch Fabian und ich übrig waren. Es sind immer wieder neue WWOOFer dazu gekommen und wieder gegangen. Manchmal waren wir zu siebt auf der Farm, manchmal nur zu zweit.
Theresas Ehemann Derek, arbeitet als Bäcker im Camp nahe Prince George. Dadurch ist er immer vier Wochen weg und kommt anschließend zwei Wochen nach Hause. Da die Farm sich leider noch nicht selber finanzieren kann, arbeitet Theresa zusätzlich auf der Gabriola Ferry, wodurch wir oft den halben Tag, entweder von früh Morgens bis Nachmittags um ca. 15:00 Uhr, oder von Nachmittags 15:00 Uhr bis spät Abends, alleine auf der Farm sind, die Tiere versorgen und arbeiten. Mein Tag beginnt jeden Morgen um 08:15 Uhr, wenn ich aufstehe und mir zum Frühstück Cornflakes mache. Um 09:00 Uhr fangen wir dann das Füttern an. Darum kümmern immer wir WWOOFer uns.

Die Farm ist „aufgeteilt“ in:
Schweine, die in unterschiedliche Gehege separiert sind
„front“ wo sich Enten, Gänse, ein Teil der Hühner und das Starterhouse befinden, in dem die Babyhühner unter Rotlicht heranwachsen sowie
„back“ wo sich Schafe, Turkeys und unzählige Hühner, aufgeteilt nach Alter und Art, in mehreren kleinen „Laufställen befinden
Alle Tiere bekommen unterschiedliches Futter und eine unterschiedliche Menge. War am Anfang gar nicht mal sooo leicht sich zu merken, wer von den unzähligen Gehegen was und wie viel bekommt, aber nach einiger Zeit auf der Farm läuft die ganze Sache. :)

Nach dem Füttern machen wir uns dann daran, an einem oder mehreren von Theresas unzähligen Projekten zu arbeiten. Auf der Farm, die ja erst seit Januar 2014 existiert, ist auch noch einiges zu tun, wodurch auch immer wieder neue Projekte hinzu kommen. Wir haben mittlerweile schon ein Entenhaus gebaut, ein Turkeyhaus gebaut, einen Garten angelegt, Gates angebracht, Hütten für die Schweine gebaut und noch mal Hütten für die Scheine gebaut als sie diese wieder kaputt gemacht haben, aufgeräumt und vieles mehr. Natürlich erledigen wir auch Sachen wie Zäune reparieren, Ställe und Käfige ausmisten, Gehege Regenfest machen, Heu geben oder helfen im Haushalt mit. Geschirrspüler gibt es nicht. ;) Auch so ist immer etwas los auf der Farm. Mal kommen neue Tiere hinzu, mal werden welche verkauft. Einige Schweine haben mittlerweile Ferkel bekommen und die sind sooo süß, mal bricht ein Schwein aus, dann müssen wir ein paar Hühner einfangen oder auf Entenjagd gehen, wenn diese Nachts nicht in ihr Haus wollen. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig. :) Meistens pünktlich zu Mittag, manchmal auch erst um drei oder vier, machen wir dann Pause, mal länger mal kürzer, wo entweder Theresa für uns kocht, oder wir uns einfach selber etwas zu essen machen. Anschließend geht’s auch schon wieder nach draußen. An manchen regnerischen Tagen verbringen wir auch einen relaxten Nachmittag im Haus vor dem Fernseher. :)

Zwischen fünf und sechs, wenn wir viel zu tun haben wird es auch mal etwas später, machen wir uns dann wieder ans Füttern, was Abends wesentlich schneller geht als Morgens, da nicht alle Tiere gefüttert werden. Nach gut 45 Minuten sind wir damit fertig, womit auch unser ‚Arbeitstag’ endet. Theresa ist dann immer schon dabei unser Abendessen zu zubereiten und nachdem wir gemeinsam gegessen haben verbringe ich den restlichen Abend z. B mit den anderen vor dem Fernseher, beim Kartenspielen, oder plane, wo mich meine Reise als nächstes hinbringt. Natürlich haben wir auch manchmal einen freien Tag. Wir füttern zwar jeden Tag morgens und abends, da es einfach unmöglich für Theresa ist oder zumindest ewig dauern würde, alle Tiere alleine zu versorgen, aber können dann den restlichen Tag machen, wozu wir Lust haben. Ich war bis jetzt zusammen mit anderen WWOOFern in Nanaimo und auf Newcastle Island, hab die wunderschöne Insel mit dem Fahrrad erkundet und einige kleinere Wanderungen unternommen. Auch Theresa und Derek ermöglichen uns immer wieder etwas von der Insel zu sehen, fahren mit uns ans Meer oder wir gehen in eines der wenigen Pubs hier auf der Insel. :)

Das Leben hier auf der Farm ist definitiv das, was man sich unter WWOOFen und Farmarbeit vorstellt - an dieser Stelle ein großes Dankeschön an TravelWorks! – und ich bin wahnsinnig froh hier als erstes gelandet zu sein. Theresa und Derek sind einfach wahnsinnig lieb und gastfreundlich, versuchen alles, um uns den Aufenthalt hier so angenehm wie nur möglich zu machen und sind dankbar für jede Hilfe die sie bekommen.
Die Farm ist definitiv schon wie ein zweites zu Hause geworden, wo man sich einfach nur total wohl fühlt und ich hoffe wirklich, dass ich irgendwann mal wieder auf die Farm zurückkommen kann. Nichts desto trotz will ich ja auch noch mehr von diesem großen Land sehen und meine acht Wochen, die ich vermutlich etwas überziehen werden sind auch schon bald vorbei. Wohin es mich dann treibt, weiß ich noch nicht genau... :)

Farmarbeit Kanada

Arbeite in der Natur auf einer kanadischen Farm eingebettet zwischen Prärielandschaft und den mächtigen Rocky Mountains.Mehr dazu

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Farmarbeit Kanada
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*Die Rechnung wird in Euro gestellt. Der angegebene Preis in Schweizer Franken ist ein Referenzpreis, der auf dem tagesaktuellen Kurs basiert (1 Euro = 1,1686 CHF).